Dienstleister der Zukunft – Smart Homes!

Service Design Lehrauftrag II an der HfG Schwäbisch Gmünd mit dem Kooperationspartner Deutsche Telekom, Sommersemester 2011

Smart Homes – Überflüssig oder Zukunft? 

Mein Kühlschrank kommuniziert mit dem Supermarkt, mein Garten mit dem Rasenmäher - vielversprechende Zukunftsvorstellung oder doch überflüssiger Schnick Schnack? Ansätze für smart Solutions in automatisierten Haushalten gibt es seit Jahren, doch welche Bedürfnisse sind real existent und welche Service-Produkt-Systeme bringen wirklich einen Mehrwert?

Um relevante Lösungen zu gestalten müssen die Bedürfnisse der späteren Bewohner genauso berücksichtigt werden, wie die der zahlreichen Anbieter, die in den Schaffungsprozess eingebunden sind. Eine bewusste und systematische Gestaltung der Produkte, Abläufe und Organisationsketten ist ausschlaggebend für den Erfolg. Hieraus entstehen neue Anforderungen an intelligente Dienstleistungen, was im Umkehrschluss neue Herausforderungen für diejenigen bringt, die diese Angebote entwickeln und gestalten – somit auch für Designer.

Recherche, Vorbereitung – eintauchen in die Welt potenzieller Kunden

Anhand von kleinen Wissensaufträgen vertieften die Studenten ihre Kenntnisse in Punkto Dienstleistungsgestaltung und Recherchemethoden sowie mit dem Bereich Smart Homes.

Vier Zielgruppen wurden im Rahmen des Projektes bearbeitet und ihre Bedürfnisse näher unter die Lupe genommen: Aus dem B2B-Bereich waren es Anbieter von „Weißer Ware“ sowie die „Bauträger“ aus dem Bereich B2C „Upper Singles“ und „Familien“.

Mit eigens entwickelten Design Games und Fragentools besuchten die Forschungsteams ihre Zielgruppen und führten im Garten Desktop Walkthroughs mit den Probanden durch, um Ihre täglichen Routinen zu ergründen oder ließen zum Beispiel die Wohnungen ihrer Probanden im Hinblick auf anfallende Alltagsaufgaben mit Stickern in pro und contra einteilen.

Die Ergebnisse aus der Recherchephase lieferten die Grundlage für den ersten gemeinsamen Ideenworkshop mit der Deutschen Telekom. In den folgenden Wochen entstanden in­­­ Teamarbeit fünf neue Konzepte für die Entwicklung, Ausgestaltung und Nutzung zukünftiger Smart Homes.

5 Smart Home Konzepte

Brick

Brick. ist eine Internet-Plattform, auf der sich Bauträger, „Häuslebauer“ und Handwerker – im Kontext Bauphase eines Smart Homes – untereinander vernetzen, informieren und schulen lassen können. Hier treffen Bauträger z. B. auf Handwerker, die mit komplexen Installationen für Smart Homes vertraut sind. Die Handwerker wiederum können sich auf Brick. über technische Geräte und deren Kompatibilität informieren. Ein Bewertungs- und Kompetenzprofil erleichtert das Finden und Gefunden werden.

 

 

Kinderleicht

Dieses Konzept ist auf die alltäglichen Bedürfnisse von Familien mit Kindern zugeschnitten, was Themen wie Haushalten, Gefahren im Haus, Ernährung oder Stromkonsum betrifft. „Kinderleicht“ ist eine App für smart tablets. Für jedes Familienmitglied können individuelle Konfigurationen erfolgen, mit der beispielsweise Freigaben oder Einschränkungen (Elektrogeräte) vorgenommen werden. Außerdem enthält dieses Tool Funktionen, die die Alltagsorganisation erleichtern oder als Informationswerkzeug dienen können.

 

Eco in hands

Hier ist der Name Programm: „Eco in hands“ ist eine App fürs Smartphone, die motiviert Energie zu sparen. Dabei wird das Smartphone Anzeige des täglichen Energieverbrauchs, indem es Informationen über die vorhandenen Geräte sammelt und bereitstellt. Der Nutzer entscheidet dabei selbst, ob er sich den Verbrauch auf spielerische oder informative Weise anzeigen lässt, etwa durch einen Eisbär, dem die Eisscholle bei Stromverschwendung unter den Füßen wegschmilzt. Darüber hinaus stellt der Gaming Modus wöchentlich neue Aufgaben, die den Spieler anspornen noch mehr Energie zu sparen.

Sweet Home

Ein Zuhause, das wie ein Lebensgefährte mitdenkt und Gewohnheiten kennt. Dieses Konzept orientiert sich an den Bedürfnissen von Upper Singles.

Das System verbindet Heim und Mensch über ein Smartphone. Verlässt er das Haus, schaltet es alle Geräte aus und schließt die Tür automatisch ab. Nähert er sich seinem Zuhause – empfängt das Haus den Bewohner mit Wärme und Licht. Das System lernt Rituale seines Nutzers kennen und automatisiert diese.



SMARTogether

Ziel ist es Smart Homes und die damit verbunden technischen Lösungen zu nutzen, um Menschen zusammen zu bringen und das soziale Miteinander zu unterstützen. Das Netzwerk-Tool ist die Basis für eine physisch bzw. virtuell existierende Gemeinschaft von Smart Home Eigentümern. Hierüber lassen sich Prozesse wie Energiegewinnung, Wasserkonsum oder Automatisierungsprozesse steuern. Weitere Applikationen wie z.B. das Orga-Tool oder das Secure-Tool, ermöglichen die Vergabe von zeitlich definierten Zugriffsrechten an Nachbarn und anderen Smart Home Besitzern.